So will Europa mit dem Green Deal klimaneutral werden

Mit den vielfältigen Maßnahmen des Green Deals will die EU bis 2050 klimaneutral werden. Das Schlüsselprojekt für ressourcenschonendes Wachstum hat die EU-Kommission 2019 vorgelegt – und bereits mit der Umsetzung begonnen. Die Maßnahmen reichen von Klimaschutz und Stärkung der Artenvielfalt über Verkehr und nachhaltiges Bauen bis zu Veränderungen in der Landwirtschaft und im Verbraucherschutz.

Schon jetzt haben sich alle 27 Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis 2030 die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 55 Prozent zu senken.

Das sind einige der Etappenziele bis 2030:

  • Emissionen von Autos im Verkehr um mindestens 50 Prozent senken – und ab 2035 alle Neuwagen mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb ausstatten
  • 35 Millionen Gebäude energetisch sanieren
  • 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs in der EU aus erneuerbaren Energien decken
  • Nachhaltige Landwirtschaft mit der „Vom Hof auf den Tisch- und der Biodiversitätsstrategie

Region Oldenburg: Green Deal in der Landwirtschaft

In Niedersachsen und insbesondere in unserer landwirtschaftlich geprägten Region rund um Oldenburg wird sich durch den Europäischen Green Deal einiges ändern. Bis 2030 hat die EU unter anderem folgende Ziele für die Landwirtschaft formuliert:

  • 50 % weniger Pflanzenschutzmittel,
  • 20 % weniger Düngemittel bzw. 50 % weniger Nährstoffverluste bei gleichbleibender Bodenfruchtbarkeit,
  • 50 % weniger Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung,
  • auf mindestens 25 % der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau,
  • 10 % der Land- und Meeresgebiete unter strengem Schutz

Das bringt Chancen aber auch große Herausforderungen für die vielen oft familiär geführten Betriebe in der Region mit sich. Auch die niedersächsische Politik reagiert und hat mit dem Aktionsprogramm „Der Niedersächsische Weg“ beschlossen, den Einsatz der Landwirte für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion auch finanziell zu honorieren.

Moorschutz: Landwirte fordern ausgeglichenen Klimaschutz

In Niedersachsen mit seinen vielen Mooren sorgen die trockengelegten und vorrangig für die Milchviehwirtschaft genutzten Flächen für elf Prozent der gesamten freigesetzten CO2-Emissionen. Das Bundesklimaschutzgesetz fordert im Einklang mit dem Europäischen Green Deal, dass bis 2045 viele Moore wieder vernässt werden. Der Vorsitzende des Kreislandvolks Wesermarsch Karsten Padeken fordert ausgeglichenere Maßnahmen beim Klimaschutz. Für eine Paludi-Kultur auf wiedervernässten Moorflächen gebe es noch keinen Markt. Das Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen ist mit einer Studie zu dem Schluss gekommen, dass ein Wegfall der Milchwirtschaft aufgrund wiedervernässter rund 30.000 Arbeitsplätze gefährde.

Dürresommer beeinträchtigt Kartoffel- und Rübenernte

Der europäische Dürre-Sommer hat sich auch in Landwirtschaft der Region Oldenburg bemerkbar gemacht: Die Kartoffel-, Zuckerrüben- und Maisernte ist nach Bilanz der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer auch wegen Wassermangels enttäuschend ausgefallen. Zudem belasten die steigenden Energiepreise viele Landwirte in der Region. Experten der LWK beraten, ob und wie landwirtschaftliche Betriebe selbst erneuerbare Energien erzeugen können.

EU-Bürgerinitiative: Eine Million Unterschriften für bienenfreundliche Landwirtschaft

Die Europäische Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten! Eine bienenfreundliche Landwirtschaft für eine gesunde Umwelt" hat mehr als eine Million Unterstützer gefunden und wird nun im Europäischen Parlament vorgestellt und debattiert. Ziel der Initiative ist es, bis 2035 in der EU keine synthetischen Pflanzenschutzmittel mehr einzusetzen. Zudem sollen unter anderem kleine landwirtschaftliche Betriebe besser geschützt werden und von Landwirten ausgehende Forschung zum pestizidfreien Anbau gefördert werden.

Die Kommission wird sich in den nächsten Wochen mit den Organisatoren treffen, um die Initiative im Detail zu besprechen. Anschließend wird das Europäische Parlament eine öffentliche Anhörung organisieren. Die Kommission hat bis zum 7. April 2023 Zeit, ihre offizielle Antwort vorzulegen, in der sie darlegt, welche Maßnahmen sie zu ergreifen gedenkt: ob sie Rechtsvorschriften vorschlagen, andere nicht-legislative Maßnahmen ergreifen oder gar nicht tätig werden will.

Bienenschutz: Verbot für Neonikotiniode in Lebens- und Futtermittel

In der EU dürfen heimische und importierte Futter- und Lebensmittel künftig keine messbaren Rückstände der Pestizide Clothianidin und Thiamethoxam mehr enthalten. Diese für Bestäuber schädlichen Neokitinoide durften in der EU schon nicht mehr im Freien verwendet werden, jetzt sind die Richtlinien noch einmal verschärft worden und sollen durch das Importverbot auch global Bienen und andere Bestäuber besser schützen. Wenn Rat und Parlament keine Einwände erheben, tritt die Verordnung Anfang 2023 in Kraft.

EU-Landwirtschaft trotz Angriff auf die Ukraine stabil

Neben dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, forderten Hitze und Trockenheit diesen Sommer viele landwirtschaftliche Betriebe heraus. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Getreideproduktion in der EU um 7,8 Prozent zurückgegangen. Das größte Minus betrifft Mais (-23,7 %) und Weichweizen (-2,4%). Insgesamt wird die EU rund 51 Millionen Tonnen Getreide ausführen, das wären 20,9 Prozent mehr als der Fünfjahresschnitt. Der jüngste Kurzzeitausblick für dei EU-Agrarmärkte kommt deshalb zu dem Schluss, dass der EU-Agrarsektor stabil bleibt und ausreichend Nahrungsmittel verfügbar sind.

Neue Mitglieder für Niedersachsens Fachbeirat Öko-Landbau

Ein Beirat aus 27 Vertretern des Ökolandbaus, von Erzeugung bis Handel, hat der niedersächsischen Agrarministerin Barbara Otte-Kinast einen Öko-Aktionsplan übergeben, der das Ziel von 15 Prozent Ökolandbau für das Jahr 2030 hat. Beiratsvorsitzende Carolin Grieshop betonte:" Es kann nicht sein, dass Niedersachsen, das einzige Flächenland in Deutschland ist, das keine Professur für ökologischen Landbau hat". Die Manager der bestehenden Öko-Modellregionen führten als bisherige Erfolge unter anderem die Gründung einer Bäckereigenossenschaft sowie eine ausgeweitete Kita- und Schulverpflegung mit Bioprodukten an. Aktuell haben bereits vier niedersächsische Landkreise das Ziel des niedersächsischen Wegs von einem Öklandbau-Anteil in Höhe von 10 Prozent erreicht. Die EU verfolgt im Rahmen  des Green Deal einen 25 prozentigen Anteil von ökologischer Landwirtschaft.

Öko-Landbau in Niedersachsen wird mehr

Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche ist in Niedersachsen weiter gestiegen: 2021 wurden 5300 Hektar mehr nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet als im Jahr zuvor. Das entspricht einem Wachstum von 3,9 Prozent. Damit liegt der Öko-Anteil in Niedersachsen nun bei 5,6 Prozent, bis 2025 soll laut niedersächsischem Weg das Ziel von 10 Prozent erreicht werden. Die vier Landkreise Lüneburg, Lüchow-Dannenbrg, Heidekreis sowie Osterholz-Scharmbeck haben bereits mehr als zehn Prozent Ökolandbau. Die EU will mit dem Green Deal bis 2030 europaweit einen Öko-Anteil von 25 Prozent.

 

 

InvestEU: Europa investiert in Food Tech und Green Tech

Der Europäische Investitionsfonds (EIF) investiert 25 Millionen Euro in den Green Generation Fund. Die deutschen Gründerinnen Manon Littek und Janna Ensthaler unterstützen damit unter anderem das Start-up Neggst, das als Fraunhofer-Spin-out pflanzliche Ei-Alternativen mit Schale produziert. Ein weiteres Start-up, das vom Green Generation Fund unterstützt wird ist die Software-Platform Klim für die Landwirtschaft. Betriebe können mit Klim für die Kohlenstoffspeicherung im Boden C02-Zertifikate erhalten.

Das neue InvestEU-Programm will langfristige Finanzierungen ermöglichen, die zu den EU-Zielen des Green Deals und Digitalem Wandel beitragen.

EU vereinfacht den Einsatz biologischer Pflanzenschutzmittel

Mikroorganismen als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln können künftig einfacher zugelassen werden. So sollen Landwirte chemische Pflanzenschutzmittel besser durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Die neuen Regeln gelten ab November. In der bisherigen Amtszeit wurden bereits zwanzig biologische alternative Pflanzenschutzmittel genehmigt.  Ziel im Rahmen des Green Deals ist es, den Einsatz chemischer Pestizide bis 2030 um 50 Prozent zu senken.

Ukraine-Krieg: Flächenstilllegung zum Umweltschutz wird 2023 ausgesetzt

Bundesagrarminster Cem Özdemir hat die Ausnahmeregelung der EU-Kommission für eigentlich zum Zweck des Umweltschutzes brachgelegte Flächen angenommen. In Deutschland dürfen Landwirte 2023 auf für die Stilllegung vorgesehenen Flächen Getreide (ohne Mais), Sonnenblumen und Hülsenfrüchte (ohne Soja) anbauen. Die EU-Komission hatte diese Ausnahmeregelung eingeräumt, um auf die Lebensmittelknappheit durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu reagieren. Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) beinhaltet bestimmte Umweltauflagen für Landwirte, wie beispielsweise eine Stilllegung von vier Prozent der Ackerfläche. Nur wenn landwirtschaftliche Betriebe einige der EU-Umweltauflagen erfüllen, erhalten sie Subventionen aus den Mitteln der GAP.

Niedersachsen lehnt EU-Pläne für weniger Pestizide ab

Der Entwurf der EU-Kommission hat eine Halbierung des Pflanzschutzeinsatzes bis 2030 zum Ziel. Die niedersächsische Landesregierung, der Bauernverband und der Präsident des niedersächsischen Landvolks lehnen die Pläne ab. Umweltminister Olaf Lies (SPD), sieht noch "erheblichen Klärungsbedarf", u.a. bezüglich eines allgemeinen Verbots von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten. Vor dem Bundesagrarministerium in Bonn protestierten Landwirte gegen den EU-Entwurf. Die EU-Kommission hat sich mit dem Green Deal auch zum Ziel gesetzt, das Artensterben umzukehren und besonders Insekten sowie Wasserlebewesen besser zu schützen. Im Vergleich zu 2017 ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der EU bereits zurückgegangen.

Kllimafreundlicher Lkw-Treibstoff aus Gülle in Neuhaus

In der Region Amt Neuhaus entsteht eine Biogas-LNG Anlage mit Modellcharakter für viele Agrarbetriebe in Deutschland. Künftig soll aus Gülle und Mist klimaneutraler Treibstoff für Lastwagen und Busse gewonnen werden. Die Anlage in Darchau wird zunächst täglich bis zu drei Tonnen Bio-Treibstoff produzieren. Als Diesel-Alternative können so bis zu 7.000 Tonnen C02 pro Jahr eingespart werden. Ein Tankstellenbetreiber hat sich bereicht die Energie vertraglich gesichert.

Öffentliche EU-Konsultation zum Bodenschutz

70 Prozent der Böden in Europa befinden in einem schlechten Zustand - unter anderem durch industrielle Schadstoffbelastung, intensive Landwirtschaft und Erosion. Dabei sind gesunde Böden Grundlage für 95 Prozent unserer Lebensmittel, beheimaten vielfältige Arten und sind ein großer CO2-Speicher. Die EU-Bodenstrategie schlägt verschiedene Maßnahmen vor, um die Böden zu schützen. In einer öffentlichen Konsultation können Personen, Verbände und Unternehmen der EU bis 24. Oktober ihr Feedback geben.

Getreidekrise: EU-Kommission für Aussetzung von GLÖZ

Vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine, schlägt die EU-Kommission vor, Ausnahmeregelungen für die Einhaltung der GLÖZ-Standards (Gute landwirtschaftliche und ökologische Bedingungen) geltend zu machen. Konkret geht es befristet um die Vorschriften über die Fruchtwechsel (GLÖZ 7) und die die Erhaltung nichtproduktiver Landschaftselemente auf Ackerland (GLÖZ 8). Dadurch könnte sich die Produktionskapazität für Getreide in der EU um 1,5 Milliarden Hektar erhöhen. In Bezug auf den Green Deal wertet die Kommission die Ausnahmen als Kompromiss zwischen dem Bereitstellen erschwinglicher Lebensmittel und Umweltschutz.

Neue EU-Vorschriften für Dünger in Kraft

Die neue EU-Verordnung für Düngemittel öffent den Binnenmarkt für organische und abfallbasierte Düngeprodukte, legt gemeinsame Regeln für die Kennzeichnung fest und führt erstmals Grenzwerte für toxische Stoffe in Düngemitteln ein. Mit den neuen Regeln sollen die Risiken für Umwelt und Gesundheit sowie die Abhängigkeit von Importen verringert werden. Die Unternehmen hatten drei Jahre Zeit, ihre Herstellungsverfahren anzupassen und die neuen Vorschriften einzuhalten.

EU-Verbot für weitere Antibiotika in der Tiermast

Um der zunehmenden Antibiotikaresistenz entgegenzuwirken, dürfen bestimmte anti-mikrobielle Mittel ausschließlich für die Behandlung von Menschen verwendet werden. In einem heute von den EU-Mitgliedstaaten angenommenen Rechtsakt werden Antibiotika ausgewiesen, die fortan nicht zur Behandlung von Tieren verwendet werden dürfen. Grundlage der Beurteilung ist eine wissenschaftlliche Beurteilung der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Zusammenarbeit mit Experten aus den EU-Mitgliedstaaten, dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) benannt. Mehr als 30 Wissenschaftler - Mikrobiologen, Tierärzte und Mediziner mit Fachkenntnissen auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten - trugen zur wissenschaftlichen Bewertung bei. Die Liste wird nun in den kommenden Wochen von der Kommission förmlich angenommen. Sechs Monate nach Veröffentlichung, die voraussichtlich im Laufe des Sommers erfolgen wird, tritt sie dann in Kraft.

LWK-Forderung: Vergrößerung von Ställen ermöglichen

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Gerd Schwantje fordert baurechtliche Anpassungen, damit Landwirte bei Vergrößerungen von Ställen für mehr Tierwohl nicht durch Bestandsschutz ausgebremst werden. Der Rundblick berichtet, dass Landwirte aktuell bei Stallumbauten Absagen aufgrund einer Gefährdung des Bestandschutzes riskierten.

EU genehmigt weitere Sorte von gentechnisch verändertem Mais

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat nach wissenschaftlicher Prüfung Produkte einer neuen Sorte von gentschnisch verändertem Mais als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Die Genehmigung umfasst aber nicht den Anbau der Maissorte in der EU. Die Zulassung gilt für 10 Jahre.

Junglandwirte fordern Herkunftskennung für Fleisch

In der EU und weltweit gelten unterschiedliche Haltungsvorschriften für Schweine, Rinder und andere Tiere in der Landwirtschaft. Nach der von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) angekündigten Haltungskennzeichnung für tierische Produkte, fordern Niedersachsens Junglandwirte eine Herkunftkennung für tierische Erzeugnisse. Wenn die Haltungsanforderungen in Deutschland steigen, könnten ausländische Produkte einen Wettbewerbsvorteil erhalten, der auf der Produkt nicht ersichtlich werde, betont Anneke Kreißig, stellvertrende Vorsitzende von Niedersachsens Junglandwirten im Rundblick. Landvolk und Junglandwirte setzen sich für das Prinzip "5D" ein, dass kennzeichnen soll, dass alle Schritte der Tierhaltung und Verwertung in Deutschland stattfinden.

Erste Gesetzesentwürfe geben EU-Staaten Ziele für Naturschutz vor

Bis 2050 will die EU den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel halbieren und Ökosysteme renaturieren. Die EU-Kommission hat nun erstmals einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt, der ausdrücklich auf die Renaturierung der Natur abzielt und für die Mitgliedsstaaten verbindliche Ziele vorsieht. Bis 2030 sollen für mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete der EU Wiederherstellungsmaßnahmen durchgeführt und diese bis 2050 auf alle sanierungsbedürftigen Ökosysteme ausgedehnt werden. Zudem soll unter anderem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in öffentlichen Gärten und auf Spielplätzen verboten werden.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geht in Europa langsam zurück

Ein Ziel der "Vom Hof auf den Tisch"-Strategie des Europäischen Green Deals ist es, bis 2030 den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel um 50 Prozent zu senken. Neueste Zahlen zeigen nun:

  • Im Vergleich zum Basiszeitraum 2014-2017 ist der Einsatz insgesamt um 14 Prozent zurück gegangen, bei als gefährlich eingestuften Pestiziden um 26 Prozent
  • Im Vergleich zu 2019 wurde der Einsatz 2021 um einen Prozentpunkt reduziert, bei gefärhlich eingstuften Pestiziden um 9 Prozent

Die EU veröffentlicht jährlich Zahlen über den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in der EU.

EU unterstützt Landwirte mit Einmalzahlung wegen hoher Betriebskosten

Landwirte und kleine Agrarunternehmen, die von erhöhten Preisen für Energie, Dünger und Futtermittel betroffen sind, sollen nach Vorschlag der EU-Kommission eine Einmalzahlung zwischen 15.000 und 100.000 Euroa als Unterstützung aus ELER-Mitteln der EU erhalten. Insgesamt stehen rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mitgliedsstaaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Bevorzugt sollen Landwirte und kleine Betriebe werden, die in umwelt- und klimafreundlichen Produktionsmeethoden engagiert sind. Die Maßnahme soll im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik GAP erfolgen.

EU lehnt "Verursacherprinzip" bei Düngeauflagen weiter ab

Die Kriterien aufgrund derer Gebiete in der Region Oldenburg mit zu hohen Nitratwerten als "rot" gekennzeichnet werden, bleiben vorerst bestehen. Darauf haben sich Brüssel und Berlin geeinigt. Das heißt, Brunnen in denen zu hohe Nitratwert gemessen werden, klassifizieren die umliegenden Felder als "rot". Zudem fordert die EU, das Messstellennetz auszubauen und deutschlandweit zu vereinheitlichen. Niedersachsen hatte in einem Düngebeirat mit Vertretern aus Politik, Land- und Wasserwirtschaft ein "Verursacherprinzip" entwickelt. Dieses schließt ein Dünge-Monitoring und weitere Daten über die Nitratbelastung des Grundwassers hinaus, mit ein. Eine Lösung könnte die Datenbank ENNI für die elektronische Nährstoffmeldungen in Niedersachsen sein. Mit ENNi kann seit 2021 ermittelt werden, ob Landwirte ihre Pflanzen bedarfsgerecht düngen, falls im Umfeld ihrer Äcker zu hohe Nitratwerte gemessen werden.

Aktion "Bienenfreundlicher Landwirt 2022"

Im Rahmen der niedersächsischen Imagekampagne "Echt grün - Eure Landwirte" findet dieses Jahr zum vierten Mal die Aktion "Bienenfreundlicher Landwirt" statt. Auf dem Hof von Landwirt Josef Kurmann in Bösel hat das Landvolk die Initiative vorgestellt. Ausgezeichnet werden Landwirte, die beispielsweise mit Staudengärten, Unterschlupfmöglichkeiten, Kooperationen mit Imkern und anderen Maßnahmen zum Bienenschutz beitragen. Die Kriterien wurden zusammen mit dem Bieneninstitut Celle entwickelt. Noch bis 21. Juni haben Betriebe die Möglichkeit "Bienenfreundlicher Landwirt 2022" zu werden. Im vergangenen Jahr haben sich 845 Höfe beteiligt.

13 innovative Landwirtschaftsprojekte erhalten Förderung der Europäischen Innovationspartnerschaft

Interaktive Halsbänder für Schafe zur Wolfsabwehr, Einsatzmöglichkeiten der schnell wachsenden Wasserlinse oder eine Roboterplattform für Baumschulen - insgesamt 13 innovative Landwirtschaftsprojekte in Niedersachsen werden durch die Fördermaßnahme Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP Agri) unterstützt. In der nun gestarteten Förderperiode von 2023 bis 2027 werden erneut 14 Millionen Euro bereitgestellt.

Dabei sind den Themen kaum Grenzen gesetzt: Projekte zur nachhaltigen Pflanzenproduktion, zu Biotechnologie und Kreislaufwirtschaft, zur tiergerechten Nutztierhaltung und zu Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und Digitalisierung erhalten eine Förderung von bis zu 500.000 Euro.

Öffentliche Konsultation zu Gentechnik in Lebensmitteln

Neue Gentechnik (NGT) kann duch gezielte Mutagenese und Cisgenese von Pflanzen dazu beitragen, die Agrar- und Ernährungssysteme der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Die neuen Techniken ermöglichen schnellere und effizientere Züchtungsprozesse. In einer öffentlichen Konsultation können Interessierte und Unternehmen bis zum 22. Juli ihre Meinung und Vorschläge bezüglich NGT der EU-Kommission mitteilen. Seit einigen Monaten arbeitet die Kommission bereits an einem Rechtsrahmen für den Einsatz von NGT.

Ihre Meinung zu Kennzeichungen von nachhaltigen Lebensmitteln

Die EU möchte im Rahmen der "Vom Hof auf den Tisch "-Strategie ein System einführen, dass nachhaltige Lebensmittel kennzeichnet. In einer öffentlichen Konsultation können Interessierte ihre Meinungen und Vorschläge für entsprechende Kennzeichungen einbringen. Neben der Kennzeichnung von nachhaltigen Lebensmitteln sollen auch nachhaltige Mindestanforderungen für die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln festgelegt werden. Die Konsultation läuft bis zum 21. Juli.

Ukraine-Krieg: Deutschland gibt Brachen nur für Futtermittel-Anbau frei

Die EU hat die in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) festgelegten Brachflächen aufgrund des Ukraine-Kriegs zeitlich befristet für den Anbau freigegeben. Die Mitgliedsstaaten können selbst entscheiden, in welchem Umfang die rund 4 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, die zum Naturschutzzweck stillgelegt sind, genutzt werden dürfen. Der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) ermöglicht Landwirten den Anbau von Futterpflanzen und Zwischenfrüchten auf diesen Flächen. Andere EU-Staaten, darunter Frankreich und Polen, erlauben auch den Anbau von Getreide und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. "Wir dürfen Krisen nicht gegeneinander ausspielen", begründetet Özdemir seine Entscheidung.

Entwicklung eines Klimalabels startet

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hat der Uni Göttingen einen Förderbescheid über rund 800.000 Euro für die Entwicklung eines Klimalabels übergeben. Das Label soll zeigen, wie unterschiedliche klimaschädlich oder klimafreundlich bestimmte Lebensmittel im Supermarkt sind. Regionales Obst, Gemüse oder tierische Produkte haben dabei meist die beste Klimabilanz. Rund ein Fünftel der klimaschädlichen Treibhausgase stehen in Verbindung mit Lebensmitteln - von der Produktion über Transport bis zur Lagerung.

Ukraine-Krieg: Öko-Vorgaben für Tierfutter aussetzen?

Besonders Öko-Betriebe beziehen ihr gentechnikfreies Eiweißfutter häufig aus der Ukraine. Aufgrund des Krieges kommt es nicht nur zu starkt erhöhten Preisen, nach Angaben des Präsidenten des Landvolk Niedersachsen Holger Hennies drohen Versorgungsengpässe für Öko-Tierfutter. Er fordert die strengen Regeln bei der Fütterung von Biotieren - auch im Rahmen der Eiproduktion - übergangsweise auszusetzen.

Ukraine-Krieg: Europäische Landwirtschaft wechselt in Krisenmodus

Die EU-Kommission reagiert auf die weltweite Ernährungssicherheit sowie die wirtschaftliche Lage der Landwirte in Europa aufgrund des Ukraine-Kriegs mit verschiedenen Maßnahmen:

  • Unterstützung für ukrainische Landwirte bei der Aussaat und Kraftstoffbeschaffung für Landmaschinen sowie der Wasserversorgung
  • Aufstockung des EU-Budgets für weltweite humanitäre Hilfe - besonders für die von ausbleibendem ukrainischem Weizenimport betroffenen Regionen
  • Finanzielle Hilfen für Landwirte in der EU, um steigende Energie-, Futtermittel- und Düngerpreise abzufedern
  • Zeitlich befristet wird es ermöglicht, auf Brachflächen Futtermittel- und Nahrungspflanzen anzubauen

Hersteller: Futter- und Düngemittel werden teurer

Noch sind Düngemittel und Tierfutter für die Region Oldenburg verfügbar, teilt der Agrarhandel Agrarvis mit, da eine großer Teil der Ware nicht aus der Ukraine bezogen werde. Allerdings verweist das Unternehmen auf steigende Preise. So führe der hohe Gaspreis nach Angaben von Agrarvis zu einer unrentablen Produktion von Stickstoffdünger. Der Agrarhandel prognostiziert Lösungen mit stickstoffbindenden Bakterien wachsende Bedeutung.

Stadt.Land.Zukunft: 31,5 Millionen für nachhaltige Landwirtschaft in Niedersachsen

Mit dem 31,5 Millionen Euro schwerem Paket Stadt.Land.Zukunft. für nachhaltige Landwirtschaft will das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen unter anderem:

  • ein Klimalabel für Agrarprodukte entwickeln
  • Tierwohl in der Milchwirtschaft stärken
  • ökologische Lebensmittelerzeugung weiter ausbauen
  • Paludikultur stärken

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte das Programm Mitte März auf dem "Eco Congress – Öko-Innovationen mit Biomasse" in Papenburg bekannt gegeben. Das Programm soll dazu beitragen, das europäische Ziel - Klimaneutralität bis 2050 - zu erreichen.

Green Deal & GAP: Schulworkshops mit Nachwuchskräften in den grünen Berufen

Wie funktioniert EU-Agrarpolitik und wie kann ich in meinem grünen Beruf Auslandserfahrung sammeln? Mit zwei Schulklassen der BBS 3 Oldenburg haben wir über Green Deal und GAP informiert und zusammen diskutiert, was Landwirtschaft - und Verbraucher für mehr Nachhaltigkeit tun könnnen. Dazu gab's Tipps zu Erasmus+ und anderen Möglichkeiten nach dem Fachabi Auslandserfahrung zu sammeln. Zudem haben wir uns gemeinsam Zeit genommen, um über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg zu sprechen und was der Konflikt für die Landwirtschaft und Ernährungslage in der Ukraine und auch hier in Deutschland bedeutet. Vielen Dank an alle Schülerinnen und Schüler und ganz viel Erfolg bei eurem weiteren Ausbildungsweg!

Ukraine-Krieg: EU debattiert Änderungen in der Agrarpolitik

In einer Sondersitzung der EU-Agrarminister hat der EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski angekündigt, die GAP zu überprüfen. Die Krisensitzung zog unter anderem diese Schlussfolgerungen für die Europäische Agrarpolitik aus dem Ukraine-Krieg:

  • Die Minister fordern kurzfristig den Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen als Tierfutter auf aus Umweltgründen stillgelegten Flächen zu erlauben. Durch den Einbruch des ukrainischen Futtermais-Exports könne so einem Engpass beim Tierfutter entgegen gewirkt werden.
  • Die Erlaubnis für die private Lagerhaltung von Schweinefleisch soll geprüft werden
  • Die Aktivierung der EU-Krisenreserve für die Landwirtschaft soll in Betracht gezogen werden

C02-Ausstoß aus niedersächsischen Moorböden soll sinken

Rund 6,7 Prozent der deutschlandweiten Treibhausgasemissionen stammen aus entwässerten Moorböden. Bis 2030 soll der Treibhausgas-Ausstoß aus trockenen Moorböden um fünf Millionen Tonnen sinken - Niedersachsen als mooreichstes Bundesland ist dabei besonders betroffen. Die Pläne zur Wiedervernässung betreffen auch Moorbauern aus der Region Oldenburg, die seit Jahrzenten Moorflächen bewirtschaften. Niedersachsen will mit den Landwirten Gebietskulissen festlegen und im Rahmen einer Potenzialstuide Maßnahmen ableiten, um die geforderten Ziele zu erreichen. Bis 2025 sollen die Maßnahmen stehen, um die Klimaziele bis 2030 einhalten zu können.

Niedersachsen will Anteil ökologischer Landwirtschaft erhöhen

Vor dem Hintergrund, dass auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene konkrete Ziele für einen wachsenden Anteil ökologischer Landwirtschaft festgeschrieben wurden, sollen auch in Niedersachsen Maßnahmen ergriffen werden, um den Zielen näher zu kommen.

  • Im Rahmen des Niedersächsischen Wegs strebt die Landesregierung bis 2030 einen Öko-Anteil von 15 Prozent an
  • Die neue Bundesregierung hat bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent ausgelobt
  • Die EU-Kommission hat im Rahmen des Green Deals einen Anteil von 25 Prozent bis 2030 zum Ziel

Aktuell liegt der Anteil ökologischer Landwirtschaft in Niedersachsen bei rund fünf Prozent, deutschlandweit bei ca. zehn Prozent.

Aktuell läuft ein Aufforderungsschreiben zur Konzeptvorlage für weitere Öko-Modellregionen. Seit 2020 sind bereits sieben Öko-Modellregionen in Niedersachsen an den Start gegangen.

Erster EU-Bio-Preis ausgerufen

Die EU und die landwirtschaftlichen Interessen-Verbände COPA-COGECA und IFOAM haben gemeinsam den ersten EU-Bio-Preis ins Leben gerufen. Der Preis würdigt herausragende Leistungen entlang der ökologischen Wertschöpfungskette und die innovativsten Ideen in der Bio-Landwirtschaft. Bewerbungen sind vom 25 März bis zum 8. Juni möglich. Der Aktionsplan der EU zur Förderung der Bio-Produktion hat unter anderem das Ziel, bis 2030 den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in der EU auf 25 Prozent zu erhöhen.

Deutschland legt nationalen GAP-Plan der EU vor

Im Rahmen der GAP-Reform müssen die EU-Mitgliedsstaaten erstmals eigene Umsetzungspläne der Europäischen Landwirtschaftspolitik vorlegen. Ende Februar hat Deutschland seinen Nationalen GAP-Strategieplan für die neue Förderperiode ab 2023 eingereicht. Die Umwelt- und Klimaschutzauflagen für Landwirte werden als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen steigen. Als Folgen soll es zu vielfältigeren Fruchtfolgen und einem höheren Anteil an Brachflächen kommen. Mehr Informationen und der GAP-Strategieplan zum Download finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Futtermittelzusatz: Klimafreundlichere Verdauung bei Milchkühen

Die EU hat einen neuen Futtermittelzusatz für Milchkühe genehmigt, der den bei der Verauung entstehenden Methanaustoß um bis zu 35 Prozent verringern kann. Der für Kühe und Menschen als unbedenklich eingestufte Zusatz besteht aus 3-Nitrooxypropanol und soll in einigen Monaten als erster seiner Art auf dem Markt erhältlich sein.

EU-Konsultation zu Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Ihre Meinung ist gefragt: Die Europäische Kommission lädt aktuell in einer öffentlichen Konsultation dazu ein, als Erzeuger, Verarbeiter, Händler oder Anbieter in der Agrar- und Lebensmittelbranche Erfahrungen mit den Vereinbarungen zu den Nachhaltigkeitszielen mitzuteilen. Die Erkenntnisse werden in eine Regelung einfließen, mit der Nachhaltigkeitsvereinbarungen im Bereich Landwirtschaft unter bestimmten Bedingungen von den Wettbewerbsregeln ausgenommen werden sollten.

Vereinfachte Zulassung für biologische Planzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel mit Mikroorganismen - wie Bakterien oder Pilzen - sollen künftig in der EU einfacher zugelassen werden können. Damit können Landwirte chemische Pflanzenschutzmittel einfacher ersetzen und den Einsatz chemischer Pestizide gemäß der Ziele des Green Deals maßgeblich verringern. Geplant ist die vereinfachte Zulassung im Rahmen der jeweiligen Risikobewertung ab November diesen Jahres.

Noch mehr Infos gibt's im FAQ zu biologischen Pflanzenschutzmitteln.

Bienenschutz: EU-Kommission will Sulfoxaflor beschränken

Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, den Einsatz des Pflanzenschutzmittels Sulfoxaflor zu beschränken, um Hummeln und Bienen zu chützen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Sulfoxaflor Hummeln und Bienen. Bisher haben die EU-Staaten noch keine notwendige Mehrheit für eine Beschränkung erreicht. Die Kommission will demnächst einen Berufungsausschuss anrufen, um mit Blick auf den Artenschutz auf eine Einigung zu drängen.

Webinare: Demografischer Wandel in der Landwirtschaft

Im Durschschnitt sind deutsche Landwirte 55 Jahre alt. Nur ein Viertel der Höfe wird von Landwirten unter 40 betrieben. Deshalb widmet sich die Europäische Akademie zusammen mit der bpb und der Rentenbank in einer dreiteiligen, kostenlosen Webinar-Reihe den Junglandwirten in Europa.

Das sind die Themen:

25. Februar: Junge Leute auf dem Hof: Eine Bestandsaufnahme der europäischen Landwirtschaft

11. März: Gemeinsam modern: Neue Modelle der Bewirtschaftung

25. März: Veränderungsbedarf: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Junglandwirte in der EU.

Zur Anmeldung

GAP-Reform im Zeichen des Green Deals

Das Ziel mit dem umfassenden Maßnahmenpaket des Green Deals Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, beeinflusst auch die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP). Seit 1962 fließt ein Großteil des EU-Haushalts in die Unterstützung der Europäischen Landwirte, um allen Menschen gutes und bezahlbares Essen zu ermöglichen sowie den Landwirten ein faires Einkommen zu garantieren und die Entwicklung ländlicher Regionen zu stärken. Mit der nun beschlossenen GAP-Reform knüpft die EU künftig mehr Subventionen an Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige landwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Von 2023 bis 2026 stehen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland 4,9 Milliarden Euro jährlich an Direktzahlungen aus EU-Mitteln zur Verfügung.

Direktzahlungen der EU an Landwirtinnen und Landwirte sollen künftig

  • zu 25 Prozent an noch höhere Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen gebunden sein. Um Geld aus diesen 25 Prozent zu erhalten, müssen Landwirte besondere Öko-Regelungen umsetzen.
  • zu 12 Prozent nur an kleine Betriebe mit einer Fläche von bis zu 60 Hektar gezahlt werden
  • Junglandwirte besser fördern, dafür stehen 98 Millionen Euro jährlich berei

Darüber hinaus sollen mit der GAP-Reform für Artenvielfalt und Umweltschutz relevante Flächen, wie Moore und Feuchtgebiete, nicht in zusätzliche landwirtschaftliche Flächen umgewandelt werden.

Green Deal: Workshops mit Nachwuchslandwirten der BBS Cloppenburg

Drei Tage, 9 Klassen, rund 160 junge Nachwuchskräfte in der Landwirtschaft: Mit den Schülerinnen und Schülern der BBS am Museumsdorf in Cloppenburg haben wir über die neue GAP-Reform und die Ziele des Green Deals für die Landwirtschaft diskutiert sowie einen Blick auf die Funktionsweise der EU geworfen und erarbeitet, wie die Gemeinsame Europäische Landwirtschaftspolitik funktioniert. Die vielen Ideen und Kritik zu GAP und Green Deal der Landwirte in Ausbildung sowie der Schüler der einjährigen und zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft und der Oberstufe des Agrargymnasiums wurden anschließend über die Online-Plattform "Konferenz zur Zukunft Europas" geteilt und können nun europaweit diskutiert werden.

Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an der BBS am Museumdorf für Agrarwirtschaft lernen, planen später den Hof ihrer Familie zu übernehmen. Klimaschutz ist ihnen ein wichtiges Thema, denn Bodeneresion und extreme Witterungen beeinflussen schon jetzt ihre Arbeit. Von der Politik wünschen sich aber viele mehr Mitspracherecht bei der Zielsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, langfristige Planungssicherheit und europaweite Standards, beispielsweise in der Tierhaltung.

Darüber hinaus haben wir die Nachwuchslandwirte informiert, mit welchen EU-Programmen sie im Ausland Praktika auf landwirtschaftlichen Betrieben absolvieren - oder mit anderen Programmen, wie weltwärts, ganz neue Erfahrungen sammeln können.

 

Green Deal: Unsere Videos zum Thema

Was sind die Maßnahmen des Europäischen Green Deals? Und was wird sich dadurch verändern? Regelmäßig veröffentlichen wir kurze Erklärvideos auf unserem Instagram- und TikTok-Kanal. Schaut gerne vorbei!